Lieber Gast des Nationalparks,
Sie suchen keine Attraktionen, denn Sie sind jetzt im Wattenmeer. Hier ist die Abwesenheit von Dingen die eigentliche Sensation. Damit Sie und die Natur sich hier wohlfühlen, geben wir Ihnen keine Karte, sondern fünf Ratschläge für die Seele:
Hinterlassen Sie nur Fußabdrücke. Dieser Boden wurde dem Meer vor Generationen abgerungen. Wir leihen ihn uns nur. Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit, lassen Sie die Muscheln liegen und nehmen Sie stattdessen die Ruhe mit nach Hause.
Die Uhrzeit macht das Meer. Schauen Sie nicht auf Ihr Handy, schauen Sie in den Tidenkalender. Wenn das Wasser geht, gehört der Meeresboden den Vögeln und Wattwürmern. Betreten Sie das Watt nur mit Respekt – Sie laufen auf dem Kinderzimmer der Nordsee.
Lärm trägt weit. In der Weite von Friedrichskoog gibt es keinen Verkehrslärm, der Gespräche schluckt. Ein Flüstern am Deich ist hunderte Meter weit zu hören. Genießen Sie den Luxus, mal gar nichts sagen zu müssen.
Licht aus, Sterne an. Wir haben hier wenig Lichtverschmutzung. Wenn es dunkel wird, machen Sie die Lichter im Haus dimmbar oder ganz aus. Was Sie draußen dann sehen, ist älter als jeder Streaming-Dienst.
Der Wind ist der Architekt. Kämpfen Sie nicht gegen den Wind an. Er hat diese Landschaft geformt, er formt auch Ihren Kopf neu. Lassen Sie sich durchpusten. Es gibt hier kein „schlechtes Wetter“, es gibt nur gewaltiges Wetter. Familie Lang Johnson
















